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Was ist
Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew ist eine chronische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule und die Gelenke zwischen Becken und Wirbelsäule betreffen kann. 

Viele Betroffene bemerken zunächst Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit oder Beschwerden in Ruhe. Da die ersten Anzeichen oft schleichend beginnen und nicht eindeutig sind, vergehen bei vielen Menschen Jahre bis zur Diagnose.

7 Min. Lesezeit     |     medizinisch geprüft

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Fast jeder Mensch hat irgendwann einmal Probleme mit dem Rücken. Nach körperlicher Arbeit, langem Sitzen oder einer ungünstigen Bewegung ist das meist nichts Ungewöhnliches.

Genau deshalb wird Morbus Bechterew häufig erst spät erkannt.

Viele Betroffene erinnern sich später daran, dass ihre Beschwerden zunächst unspektakulär wirkten. Vielleicht fühlte sich der Rücken morgens etwas steifer an als früher. Vielleicht wurde das Aufstehen unangenehm. Vielleicht schien Bewegung eher gutzutun, während längeres Sitzen oder Liegen die Beschwerden verstärkte.

Oft ergibt sich das Gesamtbild erst mit der Zeit.

Wichtig zu wissen

Morbus Bechterew beginnt oft schleichend. Viele kleine Veränderungen ergeben erst mit der Zeit ein größeres Bild.

Was genau ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew gehört zu den chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. In der Medizin wird heute häufig auch der Begriff axiale Spondyloarthritis verwendet.

Betroffen sind vor allem die sogenannten Iliosakralgelenke zwischen Becken und Wirbelsäule sowie die Wirbelsäule selbst.

Dort können entzündliche Prozesse auftreten, die Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen verursachen.

Morbus Bechterew ist außerdem keine seltene Erkrankung. Schätzungen gehen davon aus, dass Hunderttausende Menschen im deutschsprachigen Raum betroffen sind. Trotzdem hören viele den Namen erst dann zum ersten Mal, wenn sie selbst oder ein Angehöriger mit der Diagnose konfrontiert werden.

Welche Symptome treten häufig auf?

Viele Menschen stoßen auf den Begriff Morbus Bechterew, nachdem sie bereits länger mit Beschwerden leben. Deshalb stellt sich oft schnell die Frage:

Woran merkt man Morbus Bechterew überhaupt?

Die Symptome können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Dennoch berichten viele Betroffene von ähnlichen Erfahrungen.

Häufig genannt werden:

  • Schmerzen tief im unteren Rücken
  • Beschwerden im Bereich des Gesäßes
  • Morgensteifigkeit
  • nächtliche Schmerzen oder häufiges Aufwachen
  • das Gefühl, nach Bewegung beweglicher zu werden
  • Müdigkeit oder Erschöpfung

Wichtig ist dabei:

Keines dieser Symptome beweist für sich allein Morbus Bechterew. Viele Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Erst das Gesamtbild führt dazu, dass Ärzte die Erkrankung überhaupt in Betracht ziehen.

Im Artikel Welche Symptome hat Morbus Bechterew? gehen wir ausführlicher auf die unterschiedlichen Beschwerden und Begleiterscheinungen ein.

Was weiß man über die Entstehung von Morbus Bechterew?

Diese Frage beschäftigt Betroffene, Forscher und Ärzte seit Jahrzehnten.

Die ehrliche Antwort lautet:

Es gibt bis heute keine einfache Erklärung, die alle Fälle vollständig beschreibt.

Genetische Faktoren, Prozesse des Immunsystems und weitere Einflüsse scheinen eine Rolle zu spielen. Gleichzeitig beschäftigen sich viele Menschen mit der Frage, warum Gewebe ihre Beweglichkeit verlieren und wodurch der Körper Strukturen langfristig erhalten oder erneuern kann. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Entzündungen, sondern auch auf Gewebe und deren Regeneration.

Eine wichtige Rolle spielt dabei Kollagen. Unser Körper besteht zu 6-7% aus diesem  Strukturprotein. Es kommt unter anderem in Sehnen, Bändern, Bandscheiben, Gelenken, Knochen und der Haut vor. Veränderungen dieser Gewebe können sich langfristig auf Beweglichkeit und Belastbarkeit auswirken.

Bis heute gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze und keine allgemein akzeptierte Antwort, die alle Beobachtungen vollständig erklären kann.

Für viele Betroffene wird deshalb weniger die Frage wichtig, welche Theorie „recht hat“, sondern welche Zusammenhänge ihnen helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen und Wege zu finden, wie es ihnen wieder besser gehen kann.

Mehr dazu erfährst du im Artikel „Was passiert bei Morbus Bechterew im Körper?“

Wie wird Morbus Bechterew erkannt?

Die Diagnose von Morbus Bechterew besteht selten aus einem einzigen Test. Vielmehr setzen Ärzte verschiedene Informationen zusammen.

Dazu gehören:

  • die Krankengeschichte
  • die Art der Beschwerden
  • körperliche Untersuchungen
  • Blutwerte
  • bildgebende Verfahren wie MRT oder Röntgen

Gerade moderne MRT-Untersuchungen können helfen, Entzündungen bereits in frühen Stadien sichtbar zu machen. Trotzdem bleibt die Diagnose oft schwierig. Zum einen ähneln die Beschwerden vielen anderen Rückenproblemen. Zum anderen entwickelt sich die Erkrankung häufig langsam.

Deshalb berichten viele Betroffene von einer langen Zeit zwischen den ersten Beschwerden und der endgültigen Diagnose. Für manche ist die Diagnose zunächst beunruhigend. Für andere bedeutet sie vor allem Erleichterung. Endlich gibt es einen Namen für die Beschwerden. Endlich ergibt manches einen Zusammenhang.

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FAQ

Häufige Fragen zu Morbus Bechterew

Ist Morbus Bechterew heilbar?

Morbus Bechterew gilt derzeit als chronische Erkrankung. Die Behandlung konzentriert sich darauf, Beschwerden zu lindern, Beweglichkeit zu erhalten und Betroffene im Alltag zu unterstützen.

Eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Dennoch bedeutet eine familiäre Vorbelastung nicht automatisch, dass die Erkrankung ebenfalls auftritt.

Nein. Beschwerden können sehr unterschiedlich erlebt werden. Manche Menschen berichten vor allem über Steifigkeit, andere über Schmerzen oder Erschöpfung.

Ja. Viele Betroffene erleben über Jahre Beschwerden, bevor eine eindeutige Diagnose gestellt wird.

Nein. Zwar stehen Wirbelsäule und Beckenbereich häufig im Mittelpunkt, auch andere Gelenke oder körperliche Bereiche können betroffen sein.

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