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Was passiert bei
Morbus Bechterew
im Körper?

Morbus Bechterew wird häufig als chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule beschrieben. Das stimmt, aber es erklärt noch nicht viel. Viele Betroffene stellen sich irgendwann dieselbe Frage:

Warum entstehen diese Entzündungen überhaupt?

Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf zwei Ebenen: Was die Medizin heute weiß und wo die offenen Fragen beginnen.

7 Min. Lesezeit     |     medizinisch geprüft

Morbus Bechterew gilt in der Schulmedizin als Autoimmunerkrankung. Das bedeutet: Das Immunsystem greift fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an und löst dort Entzündungsprozesse aus.

Betroffen sind vor allem die Iliosakralgelenke zwischen Becken und Wirbelsäule sowie die kleinen Wirbelgelenke und Bänder. Dort entstehen Entzündungen die Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen verursachen.

Hält die Entzündung dauerhaft an, versucht der Körper die geschädigten Stellen zu reparieren, indem er neues Knochengewebe bildet. Im fortgeschrittenen Stadium können Wirbelgelenke dadurch verknöchern und miteinander verschmelzen, bis die Wirbelsäule schließlich ihre Beweglichkeit vollständig verliert.

Als genetischer Risikofaktor gilt das Gewebemerkmal HLA-B27, das bei etwa 90 Prozent der Betroffenen nachweisbar ist. Aber: Viele Menschen tragen dieses Merkmal und erkranken nie. Warum das Immunsystem bei manchen reagiert und bei anderen nicht, das ist bis heute medizinisch ungeklärt.

Wichtig zu wissen

Die Feststellung, dass eine Entzündung vorhanden ist, beantwortet noch nicht die Frage warum sie entsteht.

Die Frage, die offen bleibt

Die Medizin beschreibt sehr präzise was passiert: Entzündung, Verknöcherung, Immunreaktion. Was sie nicht beantwortet ist, warum  das Immunsystem plötzlich körpereigenes Gewebe angreift. Was löst diesen Prozess aus? Und warum verläuft die Erkrankung bei manchen Menschen so viel schneller als bei anderen?

Tobias stellte sich dieselben Fragen. Und er begann, nach Zusammenhängen zu suchen die tiefer gingen als die reine Beschreibung einer Entzündung.

Was passiert, bevor Schmerzen entstehen?

Für Tobias stand nicht die Entzündung selbst im Mittelpunkt, sondern die Frage, was im Gewebe geschieht bevor Entzündungen überhaupt auftreten.

Sein Blick richtete sich auf ein Material das im ganzen Körper vorkommt, für Beweglichkeit und Belastbarkeit entscheidend ist und bei Morbus Bechterew zunehmend abnimmt: Kollagen.

Kollagen durchzieht den gesamten Körper. Es findet sich in Gelenken, Sehnen, Bändern, Bandscheiben und Knochen. Seine Aufgabe ist es, Gewebe elastisch, beweglich und belastbar zu halten.

Verringert sich der Kollagenanteil in einem Bereich, verliert das Gewebe seine Funktion. An der Haut ist das sichtbar. Sie bekommt Falten, verliert Spannkraft. In Bandscheiben, Sehnen und Gelenken passiert dasselbe, nur unsichtbar: Das Gewebe wird steifer, die Stoßdämpfung lässt nach.

Findet dieser Prozess langsam statt, wird er als normales Altern wahrgenommen. Findet er schnell und örtlich konzentriert statt, zum Beispiel im Bereich der Iliosakralgelenke, entstehen starke Schmerzen und Entzündungen. Genau das, beschreibt Tobias, ist ein Schub.

Das Salzrohr-Bild

Um zu veranschaulichen wie Kollagen abgebaut werden kann, verwendet Tobias ein einfaches Bild:

Man stelle sich ein langes Rohr aus Salz vor, durch das Wasser fließt.

Ist das Wasser bereits mit Salz gesättigt, bleibt das Rohr erhalten. Ist es übersättigt, lagern sich sogar neue Salzkristalle an.

Ist das Wasser aber nicht gesättigt, löst es das Rohr Stück für Stück auf und trägt einen Teil des Materials mit sich fort.

Auf den Körper übertragen: Blut und Lymphe transportieren Nährstoffe durch den Körper. Ist die Lymphflüssigkeit nährstoffärmer, als das sie umgebende Gewebe, gibt das Gewebe Material ab. Fehlen die Baustoffe dauerhaft, wird Substanz abgebaut.

In der Hüftregion befindet sich eine besonders hohe Dichte an Lymphgefäßen. Die Lymphflüssigkeit steigt entlang der Wirbelsäule nach oben. Ist sie nährstoffarm, nimmt sie auf diesem Weg Kollagen aus dem umliegenden Gewebe mit, beginnend im Kreuzbein, von unten nach oben.

Unterschreitet das Kollagen in einem Bereich einen kritischen Schwellenwert, entstehen Schmerzen und Entzündungen. Der nächste Schub folgt, sobald der nächste Bereich denselben Punkt erreicht.

Zwei Sichtweisen - ein gemeinsamer Ausgangspunkt

Die schulmedizinische und Tobias‘ Betrachtung widersprechen sich nicht. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Medizin fragt: Wie hemmen wir die Entzündung? Tobias fragt: Was braucht das Gewebe, damit es gar nicht so weit kommt?

Welche Rolle Kollagen dabei konkret spielt und warum es so häufig abnimmt, erfährst du im nächsten Artikel.

Als Nächstes

Welche Rolle spielt Kollagen bei Morbus Bechterew?

Kollagen verleiht Sehnen, Bändern, Gelenken und Bandscheiben Stabilität und Beweglichkeit. 

Warum Tobias eine eigene Nährstoffkombination entwickelt hat.

Die Suche nach dem richtigen Ansatz führte ihn tief in die Themen Regeneration, Gewebeaufbau und Nährstoffversorgung. Irgendwann merkte er: Das, was er suchte, gab es so nicht zu kaufen. Also entwickelte er es selbst.

FAQ

Häufige Fragen zu Morbus Bechterew

Entstehen die Schmerzen bei Morbus Bechterew durch Entzündungen?

Entzündungen spielen bei Morbus Bechterew eine wichtige Rolle und werden häufig mit Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen in Verbindung gebracht. Viele Betroffene stellen sich jedoch zusätzlich die Frage, warum diese Entzündungen überhaupt entstehen und welche Prozesse im Gewebe dabei eine Rolle spielen.

Teilweise ja. Bildgebende Verfahren wie ein MRT können Entzündungszeichen sichtbar machen, die bei anderen Untersuchungen nicht immer erkennbar sind. Deshalb spielt das MRT bei der Diagnose häufig eine wichtige Rolle.

Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil vieler Gewebearten im Körper. Es kommt unter anderem in Sehnen, Bändern, Gelenken, Bandscheiben, Haut und Knochen vor und trägt dazu bei, dass Gewebe belastbar und gleichzeitig beweglich bleiben können.

Viele Menschen möchten nicht nur wissen, welche Symptome auftreten, sondern auch verstehen, was im Körper geschieht. Daraus entsteht häufig das Interesse an Themen wie Regeneration, Gewebeaufbau und den Voraussetzungen, die der Körper für Erhalt und Erneuerung von Gewebe benötigt.

Nein. Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse zu genetischen Faktoren, Entzündungsprozessen und dem Immunsystem. Gleichzeitig bleiben viele Fragen offen. Deshalb beschäftigen sich Forscher, Ärzte und Betroffene bis heute mit unterschiedlichen Erklärungsansätzen.

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