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Was braucht der Körper zur Gewebeerneuerung

Der Körper erneuert sich ständig. Alte Zellen werden abgebaut, neue entstehen. Gewebe wird repariert, ersetzt, angepasst. Dieser Prozess läuft ein Leben lang, ob wir schlafen, arbeiten oder uns bewegen.

Aber er braucht Baustoffe.

Und genau da beginnt für viele Betroffene die entscheidende Frage: Hat mein Körper wirklich alles was er braucht?

3 Min. Lesezeit  |   medizinisch geprüft

Regeneration oder Degeneration – was entscheidet?

Jeder Organismus unterliegt einem permanenten Erneuerungsprozess. Verbrauchtes Material wird abgebaut und muss durch neues ersetzt werden. Je nachdem in welchem Verhältnis dieser Auf- und Abbau stattfindet, regeneriert oder degeneriert ein Körper.

Werden die für die Erneuerung notwendigen Bausteine nicht in ausreichendem Maße über die Nahrung geliefert, werden vorhandene Gewebestrukturen stetig verbraucht, ohne ersetzt zu werden. Gewebe verliert mit der Zeit seine Substanz, seine Funktion und seine Belastbarkeit.

Betroffen sind bei Morbus Bechterew anfänglich vor allem die Iliosakralgelenke zwischen Becken und Wirbelsäule sowie die kleinen Wirbelgelenke und die umliegenden Bänder. Gerade diese Gewebe sind auf einen kontinuierlichen Erhalt und eine ständige Erneuerung ihrer Struktur angewiesen.

Wichtig zu wissen

Der Körper kann nur mit den Baustoffen arbeiten, die ihm tatsächlich zur Verfügung stehen und nur dann wenn sie auch dort ankommen wo sie gebraucht werden.

Was der Körper braucht, um Kollagen zu bilden

Wie im vorherigen Artikel beschrieben besteht Kollagen aus Aminosäuren. Damit der Körper neues Kollagen bilden kann, müssen sämtliche dafür benötigten Aminosäuren gleichzeitig in ausreichender Menge vorhanden sein.

Die mengenmäßig wichtigsten Aminosäuren im Kollagen sind:

  • Glycin – etwa 33 %
  • Prolin – etwa 12 %
  • Hydroxyprolin – etwa 9 %
  • Alanin – etwa 11 %
  • Glutaminsäure – etwa 7,4 %
  • Arginin – etwa 5 %
  • sowie zahlreiche weitere Aminosäuren in geringeren Mengen.

Fehlt auch nur eine dieser Aminosäuren, verlangsamt sich die Kollagenbildung oder kommt ganz zum Stillstand.

Aber Aminosäuren allein reichen nicht. Der Körper braucht zusätzlich sogenannte Co-Faktoren:

Vitamin C spielt eine Schlüsselrolle: Es stellt die Hydroxy-Gruppen bereit, die für die Bildung von Hydroxyprolin und Hydroxylysin notwendig sind – zwei Aminosäuren die stabiles Kollagen erst möglich machen. Ohne ausreichend Vitamin C ist die Kollagensynthese eingeschränkt, egal wie viele Aminosäuren vorhanden sind.

Eisen ist ein weiterer Co-Faktor in denselben biochemischen Prozessen.

Zink und Kupfer sind ebenfalls an der Kollagenbildung beteiligt.

Schwefel ist Bestandteil schwefelhaltiger Aminosäuren und damit ebenfalls wichtig für zahlreiche körpereigene Aufbauprozesse.

Mangan wirkt als Co-Faktor bei der Bildung stabiler Kollagenstrukturen.

Kieselsäure (Silizium) unterstützt nach Tobias‘ Verständnis ebenfalls die Stabilität des Bindegewebes.

Verschiedene B-Vitamine unterstützen den Aminosäurestoffwechsel insgesamt.

Das bedeutet, dass ein Mangel an einem einzigen dieser Stoffe die gesamte Kollagensynthese bremsen kann, selbst wenn alle anderen Bausteine vorhanden sind.

Warum diese Bausteine heute so häufig fehlen

Hier kommt ein Faktor ins Spiel, den Tobias auf seinem Weg als besonders bedeutsam erkannte: die Qualität unserer Lebensmittel.

Damit der Körper Gewebe erneuern kann, müssen ihm alle notwendigen Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente über die Ernährung zur Verfügung stehen.

Doch genau das ist heute möglicherweise nicht mehr selbstverständlich.

Viele landwirtschaftlich genutzte Böden enthalten heute deutlich weniger Mineralstoffe als noch vor einigen Jahrzehnten. Da Pflanzen diese Stoffe aus dem Boden aufnehmen, verändert sich zwangsläufig auch ihr Nährstoffgehalt.

Untersuchungen zeigen unter anderem folgende Rückgänge:

Für Tobias war das ein wichtiger Gedanke.

Denn wenn bereits der Boden weniger wichtige Bausteine liefert, könnten diese auch in unserer täglichen Ernährung seltener in ausreichender Menge vorhanden sein.

Das zeigt sich auch in unseren Lebensmitteln

Nicht nur Mineralstoffe haben sich verändert. Auch der Gehalt bestimmter Aminosäuren in Pflanzen hat sich verändert. Weizen dient hier lediglich als Beispiel, weil historische Analysen über einen langen Zeitraum verfügbar sind.

Je nach Aminosäure liegen die gemessenen Rückgänge bei etwa 30 bis über 60 Prozent.

Ähnliche Entwicklungen lassen sich grundsätzlich auch bei anderen Kulturpflanzen beobachten. Das Beispiel Weizen soll deshalb nicht den Eindruck vermitteln, dass ausschließlich Weizen betroffen ist. Es verdeutlicht vielmehr den Zusammenhang zwischen nährstoffärmeren Böden und den darauf wachsenden Pflanzen.

Für Tobias war das ein weiterer Hinweis darauf, dass eine äußerlich ausgewogene Ernährung nicht zwangsläufig bedeutet, dass dem Körper tatsächlich alle notwendigen Baustoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Tobias beschäftigt sich auch mit dem Einfluss bestimmter Herbizide

Neben der sinkenden Nährstoffdichte unserer Lebensmittel rückte für Tobias noch ein weiterer Gedanke in den Mittelpunkt. Besonders interessierte ihn dabei Herbizide, die gezielt entwickelt wurden, um die Aminosäuresynthese von Pflanzen zu stören.

Besonders interessierte ihn dabei Glyphosat.

Glyphosat – das weltweit meistverkaufte Herbizid, ähnelt chemisch der Aminosäure Glycin. Glyphosat gibt sich im Körper als Glycin aus und unterbricht dadurch die weitere Kollagenbildung, da der zusätzlich angeheftete Phosphor-Bestandteil kein natürlicher Bestandteil einer Aminosäure ist. Zusätzlich hemmt Glyphosat in Pflanzen ein Enzym, das für die Bildung weiterer Aminosäuren notwendig ist.

Glufosinat – das zweitbedeutendste Herbizid mit stark steigendem Einsatz, ähnelt der Aminosäure Glutaminsäure, die nach Glycin den größten Anteil im Kollagen ausmacht. Es stört den Glutaminstoffwechsel und kann die Aminosäurensynthese bis zum vollständigen Zusammenbruch hemmen.

Weitere Herbizide zielen auf die Synthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin ab. Allesamt Bausteine, die der Körper für Kollagen und Muskeln braucht.

Tobias betont ausdrücklich: Das sind seine persönlichen Beobachtungen und Schlussfolgerungen aus jahrelanger Beschäftigung mit diesem Thema – keine medizinisch bewiesenen Kausalzusammenhänge. Aber sie erklären für ihn, warum selbst eine vermeintlich ausgewogene Ernährung dem Körper heute möglicherweise nicht alle Bausteine liefert die er braucht.

Was das bedeutet

Für Tobias ergibt sich daraus ein schlüssiges Gesamtbild. Der Körper benötigt für die Erneuerung seiner Gewebe eine Vielzahl unterschiedlicher Baustoffe. Fehlen einzelne Aminosäuren oder wichtige Co-Faktoren, kann die Kollagenbildung eingeschränkt sein.

Kommen zusätzlich nährstoffärmere Böden, veränderte Lebensmittel oder weitere Einflussfaktoren hinzu, könnte sich diese Versorgung aus seiner Sicht weiter verschlechtern. Dadurch kann der Aufbau neuer Gewebestrukturen hinter ihrem natürlichen Verschleiß zurückbleiben.

Welche Auswirkungen das auf einzelne Körperbereiche haben kann und welche Rolle dabei Ernährung spielt, ist einer der zentralen Gedanken, mit denen sich Tobias seit vielen Jahren beschäftigt.

Die nächste Frage liegt deshalb nahe:

Kann Ernährung diesen Prozess beeinflussen und wenn ja, wie?

Als Nächstes

Ernährung bei Morbus Bechterew - was der Körper wirklich braucht

Wenn der Körper auf bestimmte Bausteine angewiesen ist, stellt sich eine naheliegende Frage: Kann unsere Ernährung beeinflussen, ob sie ausreichend zur Verfügung stehen? Genau dieser Frage ist Tobias über viele Jahre nachgegangen.

Warum Tobias eine eigene Nährstoffkombination entwickelt hat.

Die Suche nach dem richtigen Ansatz führte ihn tief in die Themen Regeneration, Gewebeaufbau und Nährstoffversorgung. Irgendwann merkte er: Das, was er suchte, gab es so nicht zu kaufen. Also entwickelte er es selbst.

FAQ

Häufige Fragen zu
Gewebeerneuerung bei
Morbus Bechterew

Muss ich alle Aminosäuren gleichzeitig zu mir nehmen?

Der Körper kann einige Aminosäuren selbst herstellen – andere muss er über die Nahrung aufnehmen. Entscheidend ist, dass alle notwendigen Bausteine in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wenn der Körper sie braucht.

Glyphosat ist in Deutschland und der EU zugelassen. Die Zulassung wurde zuletzt 2023 verlängert. Die wissenschaftliche Debatte über mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ist noch nicht abgeschlossen. Tobias‘ Beobachtungen sind Teil dieser offenen Diskussion.

Das hängt davon ab was unter „gesund“ verstanden wird und woher die Lebensmittel stammen. Tobias‘ Erfahrung: Selbst angebautes oder sehr bewusst ausgewähltes Gemüse lieferte ihm mehr als handelsübliche Produkte. Ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist, ist eine individuelle Frage.

Tobias sieht den Kollagenabbau durch Nährstoffmangel als möglichen Auslöser für die Prozesse die zu Schmerzen und Entzündungen führen. Mehr dazu im Artikel: Was passiert bei Morbus Bechterew im Körper?

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