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Symptome & Beschwerden

Welche Symptome hat Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew kann sich sehr unterschiedlich äußern. Viele Menschen denken zunächst nur an Rückenschmerzen. Tatsächlich können jedoch auch andere Gelenke, Sehnen, Augen oder sogar der Darm betroffen sein.

Gerade diese Vielfalt macht die Erkrankung manchmal schwer zu erkennen.

8 Min. Lesezeit     |     medizinisch geprüft

Nicht jeder Mensch mit Morbus Bechterew erlebt dieselben Beschwerden. Manche Betroffene leiden jahrelang fast ausschließlich unter Rückenschmerzen. Andere berichten zusätzlich über Müdigkeit, Augenentzündungen oder Beschwerden an Sehnen und Gelenken.

Deshalb gibt es nicht das eine typische Symptom, an dem sich Morbus Bechterew eindeutig erkennen lässt.

Wichtig zu wissen

Morbus Bechterew ist mehr als nur eine Erkrankung des Rückens. Die Beschwerden können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein und müssen nicht alle gleichzeitig auftreten.

Typische Beschwerden im Rücken und Becken

Die ersten Beschwerden beginnen bei vielen Menschen im Bereich des unteren Rückens oder der Iliosakralgelenke zwischen Becken und Wirbelsäule.

Häufig beschrieben werden:

  • tiefe Schmerzen im unteren Rücken
  • Beschwerden im Gesäßbereich
  • Morgensteifigkeit
  • nächtliche Schmerzen
  • Steifigkeit nach längeren Ruhephasen
  • das Gefühl, nach Bewegung beweglicher zu werden

Viele Betroffene berichten, dass sich der Körper morgens schlechter anfühlt als tagsüber oder dass längeres Sitzen und Liegen die Beschwerden eher verstärken.

Beschwerden an anderen Gelenken

Morbus Bechterew betrifft nicht immer nur die Wirbelsäule. Auch andere Gelenke können Beschwerden verursachen.

Zum Beispiel:

  • Hüften
  • Schultern
  • Knie
  • Nacken
  • Brustkorb und Rippen

Gerade Schmerzen im Brustkorb werden von Betroffenen manchmal zunächst mit Herz- oder Lungenproblemen verwechselt.

Schmerzen an Sehnen und Sehnenansätzen

Ein Symptom, das viele Menschen zunächst gar nicht mit Morbus Bechterew in Verbindung bringen, sind Beschwerden an Sehnen und Sehnenansätzen.

Typische Bereiche sind:

  • Achillessehne
  • Ferse
  • Fußsohle
  • Kniebereich
  • Ellenbogen

Solche Beschwerden können einzeln auftreten oder zusätzlich zu den Rückenbeschwerden bestehen.

Müdigkeit und Erschöpfung

Viele Betroffene beschreiben nicht nur Schmerzen, sondern auch eine ausgeprägte Müdigkeit. Manche fühlen sich dauerhaft erschöpft oder haben das Gefühl, weniger Energie zu besitzen als früher.

Einige berichten außerdem von besonders anstrengenden Tagen, an denen sie sich wie „ausgebremst“ fühlen und die meiste Zeit des Tages im Bett verbringen. Solche Phasen werden von Betroffenen unterschiedlich beschrieben, etwa als Erschöpfungstage oder einfach als „schlechte Tage“.

Diese Erschöpfung wird von Außenstehenden oft unterschätzt, gehört für viele Betroffene jedoch zu den belastendsten Symptomen überhaupt.

Augenentzündungen

Morbus Bechterew kann auch die Augen betreffen. Dabei kann es zu einer sogenannten Uveitis kommen, einer Entzündung im Augeninneren.

Mögliche Anzeichen sind:

  • plötzlich auftretende Augenschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • ein gerötetes Auge
  • verschwommenes Sehen

Solche Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Darmbeschwerden und Hautveränderungen

Zwischen Morbus Bechterew und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bestehen bekannte Zusammenhänge.

Einige Betroffene berichten zusätzlich über:

  • wiederkehrende Darmbeschwerden
  • Bauchschmerzen
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa

Auch Hauterkrankungen wie Schuppenflechte können gemeinsam mit Morbus Bechterew auftreten.

Nicht jeder erlebt dieselben Symptome

Manche Menschen haben über viele Jahre ausschließlich Beschwerden im Rücken. Andere erleben zusätzlich Probleme an Gelenken, Sehnen, Augen oder dem Darm.

Diese Vielfalt ist einer der Gründe, warum Morbus Bechterew manchmal erst spät erkannt wird.

Keines der genannten Symptome beweist für sich allein die Erkrankung. Erst das Gesamtbild führt dazu, dass Ärzte Morbus Bechterew überhaupt in Betracht ziehen.

Wann Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten

Rückenschmerzen haben viele mögliche Ursachen. Die meisten davon haben nichts mit Morbus Bechterew zu tun.

Wenn Beschwerden jedoch über längere Zeit bestehen bleiben, sich wiederholen oder von typischen Merkmalen wie Morgensteifigkeit, nächtlichen Schmerzen oder einer auffälligen Reaktion auf Bewegung begleitet werden, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Gerade weil Morbus Bechterew häufig erst spät erkannt wird, kann es hilfreich sein, anhaltende Beschwerden nicht einfach als normale Rückenprobleme abzutun.

Symptome verstehen und richtig einordnen

Viele Menschen stoßen auf Morbus Bechterew, weil sie versuchen, ihre Beschwerden besser zu verstehen.

Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit, nächtliche Schmerzen oder Erschöpfung können wichtige Hinweise sein. Gleichzeitig bedeutet keines dieser Symptome automatisch, dass Morbus Bechterew die Ursache ist.

Für viele Betroffene entsteht deshalb die nächste Frage ganz von selbst:

Woran erkennt man eigentlich, ob hinter den Beschwerden Morbus Bechterew steckt oder doch gewöhnliche Rückenschmerzen?

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FAQ

Häufige Fragen zu Symptome von Morbus Bechterew

Hat jeder Mensch mit Morbus Bechterew Rückenschmerzen?

Nein. Zwar gehören Rückenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden, doch nicht jeder Betroffene erlebt dieselben Symptome.

Ja. Eine Uveitis gehört zu den bekannten Begleiterscheinungen von Morbus Bechterew und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Ja. Zwischen Morbus Bechterew und bestimmten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bestehen bekannte Zusammenhänge.

Viele Betroffene berichten über Müdigkeit und ein vermindertes Energieniveau. Diese Beschwerden werden häufig unterschätzt.

Nein. Viele Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Erst eine ärztliche Untersuchung kann klären, was hinter den Symptomen steckt.

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