Wie fühlen sich
ISG-Schmerzen an?
ISG-Schmerzen gehören zu den häufigsten und oft auch zu den frühesten Beschwerden bei Morbus Bechterew. Viele Betroffene empfinden die Schmerzen nicht direkt im Rücken, sondern tief im Gesäß oder im Bereich des Beckens. Häufig lassen sie sich nur schwer genau lokalisieren.
7 Min. Lesezeit | medizinisch geprüft
Die Beschwerden können einseitig beginnen, später die Seite wechseln und werden deshalb nicht selten zunächst mit Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden oder Problemen der Hüfte verwechselt.
Wer zum ersten Mal von den Iliosakralgelenken hört, fragt sich häufig: Wo sitzen diese Schmerzen eigentlich?
Viele Betroffene können diese Frage zunächst gar nicht eindeutig beantworten. Denn ISG-Schmerzen fühlen sich oft anders an als typische Rückenschmerzen. Sie sitzen tief. Sie sind schwer zu beschreiben.
Und viele Menschen haben das Gefühl, dass die Beschwerden eher „im Inneren“ liegen. Genau deshalb dauert es häufig eine Weile, bis die Ursache der Beschwerden richtig eingeordnet wird.
Wichtig zu wissen
ISG-Schmerzen gehören zu den häufigsten und oft auch zu den frühesten Beschwerden bei Morbus Bechterew.
Wo sitzt das ISG überhaupt?
Die Iliosakralgelenke – kurz ISG – verbinden das Kreuzbein mit dem Becken. Jeder Mensch besitzt zwei dieser Gelenke. Eines auf der linken und eines auf der rechten Seite.
Obwohl sich das ISG nur minimal bewegt, erfüllt es eine wichtige Aufgabe. Es überträgt die Kräfte zwischen Wirbelsäule und Beinen und sorgt für Stabilität. Gerade deshalb können bereits kleine Reizungen oder Entzündungen in diesem Bereich sehr unangenehme Beschwerden verursachen.
Schmerz oft schwer zu beschreiben
Eine Besonderheit von ISG-Schmerzen besteht darin, dass viele Menschen gar nicht genau sagen können, wo der Schmerz eigentlich sitzt.
Häufig hört man Beschreibungen wie:
- „Es fühlt sich gar nicht wie Rückenschmerzen an.“
- „Der Schmerz sitzt irgendwo tief im Gesäß.“
- „Ich kann gar nicht genau zeigen, wo es weh tut.“
- „Es fühlt sich an, als würde der Schmerz von innen kommen.“
Viele Betroffene empfinden die Beschwerden eher als dumpf oder ziehend. Andere beschreiben sie als stechend oder unangenehm tief sitzend. Diese schwer greifbare Art der Beschwerden führt häufig dazu, dass die Ursache zunächst nicht erkannt wird.
Die Schmerzen sitzen häufig im Gesäß
Viele Menschen erwarten bei Rückenschmerzen Beschwerden direkt an der Wirbelsäule. Bei ISG-Schmerzen ist das oft anders.
Viele Betroffene zeigen nicht auf den unteren Rücken, sondern auf:
- den oberen Bereich des Gesäßes,
- die Region neben dem Kreuzbein,
- oder tief ins Becken.
Manchmal strahlen die Beschwerden zusätzlich in die Hüfte, die Leiste oder den oberen Oberschenkel aus. Dadurch werden ISG-Schmerzen häufig mit Ischiasbeschwerden, Muskelverspannungen oder Hüftproblemen verwechselt.
Die Beschwerden können die Seite wechseln
ISG-Schmerzen müssen nicht dauerhaft an derselben Stelle bleiben. Bei manchen Menschen beginnen die Beschwerden zunächst auf einer Seite. Später treten sie auf der anderen Seite auf oder werden zeitweise sogar beidseitig wahrgenommen.
Viele Betroffene verunsichert das. Denn normalerweise erwartet man, dass Schmerzen immer an derselben Stelle auftreten. Dieses wechselnde Muster wird jedoch von vielen Menschen mit entzündlichen Beschwerden beschrieben.
Nicht jeder ISG-Schmerz bedeutet Morbus Bechterew
So häufig ISG-Schmerzen bei Morbus Bechterew auftreten können, so wichtig ist ein anderer Punkt: Nicht jeder Schmerz im Bereich des ISG wird durch Morbus Bechterew verursacht. Auch andere Ursachen kommen infrage.
Dazu gehören beispielsweise:
- Muskelverspannungen,
- Fehlbelastungen,
- langes Sitzen,
- sportliche Überlastungen,
- Arthrose,
- oder Veränderungen während einer Schwangerschaft.
Allein aus der Lage der Schmerzen lässt sich deshalb keine Diagnose ableiten.
ISG und Morbus Bechterew
Die Iliosakralgelenke gehören zu den Bereichen, die bei Morbus Bechterew besonders häufig betroffen sein können. Bei vielen Betroffenen beginnen die ersten Beschwerden genau dort. Deshalb spielt das ISG auch bei der Diagnostik eine wichtige Rolle.
Entzündungen in diesem Bereich können häufig durch ein MRT sichtbar gemacht werden und liefern Ärzten wichtige Hinweise für die Einordnung der Beschwerden.
Wann Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten
Die meisten Schmerzen im unteren Rücken haben keine entzündliche Ursache. Wenn Beschwerden jedoch immer wieder auftreten, über längere Zeit bestehen bleiben oder sich nicht sinnvoll erklären lassen, kann eine ärztliche Abklärung hilfreich sein.
Dabei geht es nicht darum, sofort vom Schlimmsten auszugehen. Sondern darum, die Ursache der Beschwerden besser zu verstehen.
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FAQ
Häufige Fragen zu
ISG-Schmerzen bei
Morbus Bechterew
Wo sitzen ISG-Schmerzen genau?
Die Beschwerden werden meist tief im Bereich des Gesäßes, neben dem Kreuzbein oder im Becken wahrgenommen.
Können ISG-Schmerzen nur einseitig auftreten?
Ja. Viele Menschen bemerken die Beschwerden zunächst nur auf einer Seite.
Können die Schmerzen die Seite wechseln?
Ja. Manche Betroffene berichten, dass die Beschwerden im Verlauf zwischen linker und rechter Seite wechseln.
Sind ISG-Schmerzen typisch für Morbus Bechterew?
Ja. Die Iliosakralgelenke gehören zu den Bereichen, die bei Morbus Bechterew häufig betroffen sein können.
Können auch andere Ursachen hinter ISG-Schmerzen stecken?
Ja. Muskelverspannungen, Fehlbelastungen, Arthrose oder andere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen.
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